120 Jahre Ernst Stadtkus: Kyritz erinnert mit Ausstellung an den Heimatdichter
Eine Ausstellung unter dem Titel „120 Jahre Ernst Stadtkus“ steht seit Sonntag, 30. März 2025, in Kyritz für Besucher offen. Anlass ist das Geburtstagsjubiläum des Heimatdichters aus dem Kyritzer Ortsteil Rehfeld.
Erinnerungen an Ernst Stadtkus zum 120. Geburtstag mit Vergissmeinnicht.
Ernst Stadtkus (30. März 1905 bis 15. März 1987) widmete sich viele Jahrzehnte dem Schreiben und verfasste regelmäßig Werke im Prignitzer Plattdeutsch. Die Regionalsprache Niederdeutsch zieht sich wie ein roter Faden durch sein künstlerisches Schaffen.
Die Mitglieder des Heimatvereins Kyritz unter Leitung von Manuela Bismark laden noch bis 30. Mai 2025 zur Ausstellung in die örtliche Heimatstube ein. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Kyritzer Freundeskreises der Plattdeutschen organisierten die Akteure des Heimatvereins zur Ausstellungseröffnung eine Kaffeetied up Platt.
„Das ist heute ein schöner Anlass und gute Erinnerung. Mit den Vergissmeinnicht auf dem Tisch werden wir Ernst Stadtkus nicht vergessen“, sagte Manuale Bismark und zeigte dabei auf die blauen Blüten dieser Frühjahrsboten. Ernst Stadtkus war ein Heimatdichter im Wortsinn. „Wer sich mit seinem Werk beschäftigt, dem wird warm ums Herz, denn er hatte seine Heimat geliebt“, so Manuela Bismark.
"Ernst Stadtkus weer en plattdüütscher Schriever. In seine Heimat is he als plattdüütscher Dichter bekannt woorn, he hett aver ok hochdüütsch schreven“, ist seiner Biographie zu entnehmen. Der Gedichtband „ein Himmel blaut, ein unerschöpflich freier“ von 1966 sowie sein Kinderbuch „Stoppelhopser“ von 1971 zählen zu seinen wichtigsten Werken. Die Gedichte „Ich hew di leew“ und „Hinnern Gordentun“ oder die Geschichte „De Liebesbreef“ werden auch heute noch von den Plattsprechern vorgetragen.
Manuela Bismark (l.) und Angret Thiele führten durch die Ausstellung über Ernst Stadtkus und die Kaffeetied up Platt.
Bei dieser Ausstellung handelt es sich um Auszüge einer Schau, die bereits vor zwei Jahren Publikum anlockte. Angela Städeke und Helmut Wagner vom Heimatverein Kyritz rückten damals das Leben und Wirken von Ernst Stadtkus in den Mittelpunkt. Fotos, Gedichte, Erzählungen und originale Texte vermitteln auch jetzt erneut einen Einblick in dessen Wirken.
Angret Thiele, Leiterin des Kyritzer Freundeskreises der Plattdeutschen und Vorstandsmitglied im Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg, führte mit Vortrag durch das Programm rund um Ernst Stadtkus. Gut 15 Plattfreunde und weitere Besucher nutzten die Kaffeetied up Platt, um gemeinsam zu singen und erzählen. Herbert Brandt aus Kyritz erinnerte sich an eine Begegnung mit Ernst Stadtkus im Jahre 1957. „Beim Arbeitertheater hatte ich ihn kennengelernt, ich war damals Lehrling und beim Theater als Beleuchter eingesetzt. Ernst Stadtkus war dort Schauspieler“, so Herbert Brandt.
Manuela Bismark (v.l.), Detlef Wendtland und Nadine Gobber spielten bei der Veranstaltung erstmals öffentlich.
Das Publikum erlebte bei der Kaffeetied up Platt eine musikalische Premiere: Manuela Bismark am Akkordeon, Nadine Gobber auf der Geige und Gitarrist Detlef Wendtland proben seit einem Jahr gemeinsam. Nun spielten sie erstmals öffentlich und begleiteten den plattdeutschen Gesang.
Info: Die Ausstellung „120 Jahre Ernst Stadtkus“ in der Heimatstube in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 6 in Kyritz läuft bis 30. Mai 2025. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr, freitags in der Zeit von 9 bis 16 Uhr sowie sonntags von 14 bis 16 Uhr.
Text und Bilder: Christamaria Ruch