Dünnerlüchting ist Plattwort des Jahres 2022

Höhepunkt und Abschluß der 2. Plattdeutschen Wochen in Mecklenburg war gestern die Verkündung des schönsten Plattdeutschen Wortes in der Reuterstadt Stavenhagen. Eine Jury hat aus für sie völlig anonymen Listen ihr Votum abgegeben und folgende Sieger ermittelt:

Das schönste Plattdütsche Wurt heißt: Dunnerlüchting.                                                                                                                                                                                            Es ist ein Ausdruck des Erstaunens, eine Zusammensetzung aus Donner und Blitz, in der Bedeutung Verwunderung und Freude, alle Wetter.

In der Kategorie aktueller Ausdruck gewann das Wort: „Tippschnack“ für chatten.

In der Kategorie Redensart lag mit großem Abstand: „Een vergnöögt Hart is better as`n Büdel vull Geld.“ vorn, eingereicht von einer 14-Jährigen Schülerin aus Demmin.

Den Wettbewerb um das schönste Plattdeutsche Wort gibt es seit 1995, initiiert vom Fritz-Reuter-Literaturmuseum. Inzwischen verbergen sich hinter dem Plattdeutschen Wort drei Kategorien

und der Wettbewerb wird gemeinsam vom Fritz-Reuter-Literaturmuseum und dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt.Die Einsendungen kommen aus dem halben Bundesgebiet und die Veranstalter:innen verzeichnen eine zunehmende Anzahl an Vorschlägen von jungen Leuten. Ganze Schulklassen als auch Plattdeutschkurse haben Vorschläge zum Plattdeutschen Wort des Jahres eingereicht. In einer gesonderten Auslosung werden durch den Heimatverband Tragetaschen mit dem Plattdeutschen Wort an diese verlost. Karola Stark, Leiterin der Geschäftsstelle des Heimatverbandes in Vorpommern berichtet: „In diesem Jahr haben sich noch mehr Menschen als je zuvor daran beteiligt. Uns haben Einsendungen aus allen acht Bundesländern erreicht, in denen Plattdeutsch gesprochen wird, aber auch aus Berlin und sogar aus Thüringen. Einige haben nur ein Wort geschickt, andere dazu auch noch eine Erklärung und manchmal kamen ganze Briefe mit interessanten Lebensgeschichten bei uns an, die belegen, warum dieses Wort oder jene Redewendung für die Verfasser von so großer persönlicher Bedeutung sind.“

VERANSTALTUNGEN

Mi., 13. Jul., 16:00 Uhr
Potsdamer Plattrunn
 

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