Reise in die Vergangeheit - Motto des 16. Jugendliteraturwettbewerbes der Uckermark

2023 Ronja Thiessen Prenzlau 11 JahreDas Thema veranlasste 170 Kinder und Jugendliche aus der Uckermark, aber auch aus Mecklenburg, Hessen, Franken und Bremen zur Schreibfeder zu greifen - wobei das heutzutage meist die Tastatur eines PC ist.

Wie auch immer - am Ende entstanden Gedichte, Geschichten, Comics und rhythmische Poetry Slams, die widerspiegeln, was Heranwachsende heute beschäftigt.18 Teilnehmer des 16. Jugendliteraturwettbewerbes der Uckermark haben ihre Beiträge up Platt eingereicht. Die heimische Regionalsprache ist zwar selten zu hören, aber einige Familien reden noch platt und etliche Kinner haben Uckerplatt in der Schule gelernt. Zwischen Tweedusendunsöbenundörtig (2037) und der Steentied (Steinzeit) führen uns die plattdeutschen Geschichten der jungen Autoren.  Tweedusendsöbeundörtig – 2037 so lautet der Titel der ersten Preisträgerin in der Altersgruppe bis 13 Jahre Ronja Thiessen aus Prenzlau. Sie macht das Heute zu Vergangenheit und erzählt als gestandene Tourismusfrau in Amsterdam von ihrem hier gelebten Traumberuf und wie ihr der Plattdeutsch-Unterricht in Prenzlau dabei zu Gute kommt. Einer Zeitmaschine bedient sich Zainiddin Alsayyed aus Prenzlau in seinem Beitrag Tobias un de Tietmaschin. Sie hilft ihm, seinen Großvater wieder zu sehen. Kann man es dem Jungen verdenken, der seine Heimat verlassen musste, seine Phantasie einzusetzen, um seine geheimen Wünsche zu benennen. Erstaunlich, dass er dabei seine 2.neue Sprache nutzt, das plattdeutsche. Mit Dranbliewen zeigt Armin Schmidt dass es sich lohnt, nicht gleich aufzugeben, sondern dranzubleiben. Dann stellt sich der Erfolg ein – beim Kanusport und beim Plattdeutsch Lernen. In dieser Altersgruppe bis 13 Jahre befinden sich auch die Teilnehmer der Max-Lindow-Schule Prenzlau. Der Sonderpreis geht an das Klassenprojekt „Steentiet Book“ – Comicartig beschreiben gezeichnete Bilder mit Plattdeutschen Texten, wie das Steinzeitleben aussah. Kommen wir zur Prämierung der Gruppe der 15 bis 18-Jährigen. In Hohenselchow und Siedenbrünzow leben die beiden Preisträgerinnen.  In Du un ick erinnert die 18-Jährige Carolin Look an ihre Urgroßmutter, der sie innig verbunden ist und die plattdeutsche Sprache verdankt. Einzelne Momente reiht sie wie eine Perlenkette aneinander und bewahrt auf diese Weise die Erinnerung. Jette Bolz ,15, nimmt uns mit ihrem Text „Up dat Läben un up miene Fomilie“ in einen heimischen Sonntagmorgen, den sie stimmungsvoll up Mecklenburger Platt schildert.  In ihrer 2. Geschichte  Endlich to hus  greift Jette Bolz ein aktuelles Thema auf: den Ukraine-Krieg und die bei uns aufgenommenen Flüchtlinge. Sie kümmert sich um ihre neuen Nachbarn, zeigt Empathie und organisiert Spenden. Zitat: Im Plattdeutschen gibt es kein Wort für Flüchtlinge, „Dat sünd halt allens Lüüd, Minschen, Kinner,Olle, Frugens, Mannslüüd… so as du.“ Darüber hinaus reflektiert sie, was das in ihr selbst verändert. Den Blick auf das eigene Zuhause, das sichere Leben in einer Heimat ohne Krieg. Eine Selbstverständlichkeit für uns seit über 7 Jahrzehnten.

2023 Alle Preise

Einen 17. Jugendliteraturwettewerb der Uckermark wird es in 2 Jahren wieder geben. Dann erstmal auch mit einer polnischen Sparte.

gefördert durch
land brandenburg mwfk

VERANSTALTUNGEN
So., 25. Feb.., 11:00 Uhr
Plattfreunde beim Potsdamer Geschichtstreff
 
Di., 12. März., 18:00 Uhr
Wittstocker Platt-Stammtisch an der VHS
 
Di., 26. März., 18:00 Uhr
Wittstocker Platt-Stammtisch an der VHS
 
Di., 9. Apr.., 18:00 Uhr
Wittstocker Platt-Stammtisch an der VHS
 
PLATT IN UNS KIRCH
4. Mai., 14:00 Uhr
För Erna Taege-Röhnisch
 
26. Mai., 10:00 Uhr
Plattdüütsch in Kirch Stück