Landkreis Ostprignitz-Ruppin ernennt Ansprechpartnerin für Niederdeutsch
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist Vorreiter im Land Brandenburg. Erstmals bekennt sich ein Landkreis zu seiner Verantwortung im niederdeutschen Sprachgebiet. Und zu den sich daraus ergebenden Aufgaben, die in der Landesverfassung und im Brandenburgischen Niederdeutsch-Gesetz verankert sind.

Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin: Antje Woltersdorf ist Ansprechpartnerin für Niederdeutsch.
Die Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin ernannte im April 2026 Antje Woltersdorf zur Ansprechpartnerin in der Verwaltung für die Angehörigen der niederdeutschen Sprachgruppe und die Belange der niederdeutschen Sprache. Im Juni 2026 folgte in Wittstock ein erstes Treffen mit Vertretern des Vereins für Niederdeutsch im Land Brandenburg. Mit der Ernennung einer Ansprechpartnerin für die Angehörigen der niederdeutschen Sprachgruppe
folgt die Kreisverwaltung einem Beschluss im Kreistag Ostprignitz-Ruppin vom 27. November 2025 auf Antrag der Fraktion Die Linke. Mit diesem Beschluss wurde Landrat Ralf Reinhardt beauftragt, „Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der niederdeutschen Sprache im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu entwickeln und umzusetzen. Insbesondere betrifft das die Ernennung einer Ansprechpartnerin oder eines Ansprechpartners in der Verwaltung für die Angehörigen der niederdeutschen Sprachgruppe.“
Rechtliche Grundlage für die Ernennung ist das Brandenburgische Niederdeutsch-Gesetz (BbgNdG ): Es definiert in § 5 „Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der Verwaltung für die Angelegenheiten des Niederdeutschen. Dazu zählen auch die Landkreise, um dort im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung die niederdeutsche Sprache zu fördern. Die Ansprechpartnerin oder der Ansprechpartner fördern ein gedeihliches Zusammenleben von Angehörigen der niederdeutschen Sprachgruppe und Nicht-Sprecherinnen und Nicht-Sprechern der niederdeutschen Sprache.“
Antje Woltersdorf arbeitet seit 1992 in der Kreisverwaltung und widmet sich vor allem Aufgaben im ländlichen Raum. Sie ist in der Sachbearbeitung Kreisentwicklung tätig und organisiert die Wettbewerbe „Unser Dorf hat Zukunft“ sowie „Unser Dorf lebt durch uns!“ „Ich freue mich auf die Aufgabe als Ansprechpartnerin für die Angehörigen der niederdeutschen Sprachgruppe, auch wenn ich nicht Niederdeutsch spreche“, sagte sie bei einem Gespräch im Juni 2026 in Wittstock. Den Schutz und die Förderung der niederdeutschen Sprache verfolgt Antje Woltersdorf mit Interesse: „Das ist ein spannendes Thema. Ich sehe auch, dass die Mitglieder im Verein bisher viel geleistet haben. Die niederdeutsche Sprache ist etwas, das lange aus dem Alltag verdrängt war und durch die Aktivitäten im Verein wieder in das Bewusstsein rückt.“
Antje Woltersdorf wird sich in der Verwaltung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin einsetzen, die niederdeutsche Sprache auf unterschiedliche Weise sichtbar zu machen. Dabei steht sie in engem Austausch mit dem Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg.
Die Stadt Wittstock hat mit Katja Reichelt bereits seit Oktober 2024 eine Ansprechpartnerin in der Verwaltung für die Angehörigen der niederdeutschen Sprachgruppe und die Belange der niederdeutschen Sprache. Katja Reichelt ist Leiterin der Touristinformation und engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg, Niederdeutsch in der Kommune sicht- und hörbar zu machen. „Beispiele sind die zweisprachigen Ortstafeln in zwölf Orts- und Gemeindeteilen der Stadt Wittstock, die Klönbank vor dem Rathaus, der Stadtrundgang up Platt mit Hörstadtplan oder die zweisprachigen Busansagen in den Buslinien in Wittstock und Heiligengrabe“, sagt Katja Reichelt.
Text und Bild: Christamaria Ruch
