Platt per pedes in Wiesenburg: Auf den Spuren von Hermann Boßdorf
Der jährliche Ausflug Platt per pedes (Platt zu Fuß) führte die Potsdamer Plattfrünn am Sonntag, 30. August 2026, nach Wiesenburg im Hohen Fläming. Dort wurde der bedeutende niederdeutsche Autor Hermann Boßdorf am 29. Oktober 1877 geboren. 2027 steht sein 150. Geburtsjubiläum bevor.

Die Potsdamer Platfrünn vor dem Gedenkstein für Hermann Boßdorf in Wiesenburg.
Er zog mit seiner Familie 1888 nach Hamburg und lebte dort Zeit seines Lebens. Boßdorf blieb in Brandenburg ein nahezu unbekannter Dichter und Dramatiker. Am 24. September 1921 starb er hingegen als populärer und hochgeschätzter Theaterautor in Hamburg. Bis zu seinem 10. Lebensjahr wuchs Hermann Boßdorf im Schatten des Schlosses in Wiesenburg auf. Das Schloss ist umgeben vom 110 Hektar großen englischen Landschaftspark, der heute unter Denkmalschutz steht.
Landschaftsplanerin Juliane Heinrich führte die Potsdamer Plattfrünn unter Leitung von Astrid Flügge am 30. August 2026 durch die Anlage. Dazu gehören weitläufigen Wiesen, Bäche, Teiche sowie Bäume und Gehölze. Vom Turm des Schlosses sind die Dimensionen und Landschaftsbezüge gut erkennbar. Vor Hermann Boßdorfs Geburtshaus erinnert ein Gedenkstein an den Autor. Die Veranstaltung vermittelte einen guten Einblick in dessen Geburtsort Wiesenburg.

Landschaftsplanerin Juliane Heinrich (l.) führte durch die Parkanlage.
In Hamburg schrieb und veröffentlichte Hermann Boßdorf seine ersten plattdeutschen Stücke für die Niederdeutsche Bühne von Dr. Richard Ohnsorg. Boßdorfs Theaterstücke, Dramen, Balladen, Novellen und Gedichte erschienen bislang fast ausschließlich in Hamburg.
Die Potsdamer Plattfrünn im Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. arbeiten nun vor dem bevorstehenden 150. Geburtsjubiläums das Leben und Wirken von Hermann Boßdorf auf, um es für die Nachwelt zugänglicher zu machen. Fördermittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg ermöglichen dieses Vorhaben.
Text: Astrid Flügge und Christamaria Ruch
Bilder: Astrid Flügge, Juliane Heinrich
